Presseberichte aus dem Schuljahr 2007 / 2008

 

Alle auf dieser Seite stehenden Presseberichte stammen von den Westfälischen Nachrichten!

Quelle: www.westfaelische-nachrichten.de (Lokalteil: Kreis Steinfurt - Lengerich)


 

Kalt - Nass - Heiß 

 

Lengerich. Die Kinder tragen Nummern. Sie sitzen im Kreis. In der Mitte drei kleine Schüsseln mit Wasser. Sportunterricht sieht anders aus. Es geht um die verschiedenen Aggregatzustände von Wasser und die Übergänge. Flüssig kennt jeder. Fest sieht man es im Winter, wenn sich Eis auf Pfützen bildet. Gasförmig ist Wasser, wenn es kocht und aus dem Kessel Dampfschwaden aufsteigen.
Eine Videokamera hält fest, was die verschiedenen „Nummern“ sagen. „Es ist eine anonyme Studie“, erklärt Anne Ewerhardy. Sie ist Leitungsmitglied des Projekts „Naturwissenschaftlicher Unterricht im Übergang 4. und 6. Klasse“. Es ist eine Kooperation der Universitäten Duisburg/Essen und Münster, finanziert von der Deutschen Forschungsgesellschaft.
Die Mädchen und Jungen haben schon einen Fragebogen ausgefüllt. Darin geht es um den Sachunterricht, dessen Inhalt und wie der Lehrer das Wissen vermittelt, die Schüler einbezieht. „Da muss man schon bereit sein, sich selbst in Frage zu stellen“, merkt Angelika Steinborn an. Die Lehrerin an der Grundschule Hohne hat das schon vor Jahren getan. Seit vier Jahren ist sie Mitglied im ITP-Projekt (Integration Theorie Praxis).
Sie hat den Kontakt zur Uni Münster geknüpft. Ihre Kollegin Stefanie Linnemann ist die Ausführende an der Schule. Sie sitzt mit den Kindern im Kreis, spricht über Eis, Wasser und Dampf. Nach der gestrigen Video-Stunde werden zwei Doppelstunden folgen. Dann kommt das Projektteam wieder zur Wissensüberprüfung.
„Es geht nicht darum, wie viel das einzelne Kind weiß“, sagt Anne Ewerhardy. Ziel ist vielmehr zu ermitteln, welche Kenntnisse die Mädchen und Jungen in der vierten Klasse haben und wie sich das bis zur sechsten Klasse verändert. Dann werden die Kinder erneut mit einem anonymen Fragebogen konfrontiert.
Wie sollten Lehrinhalte vermittelt werden? Das Projekt sucht auf diese Frage eine Antwort. Im Maximal-Fall könnte es Auswirkungen auf den Lehrplan, die Lehrerausbildung und den Unterricht haben. „Zusammenhänge von Verständnisorientierung von naturwissenschaftlichem Sachunterricht mit Leistungszuwächsen von Grundschülern“ – zu diesem Thema wird Anne Ewerhardy im Rahmen des Projekts ihre Dissertation schreiben. Im Februar 2010, so hofft sie, hat sie den Doktortitel erworben.
So lange braucht die Klasse 4 b der Grundschule Hohne nicht zu warten, bis sie sich auf dem Video sieht. „Das werden wir weit vorher machen“, verspricht Angelika Steinborn. In groben Umrissen erhält die Schule zeitnah erste Erkenntnisse aus der Studie.
Für die Kinder ist das Projekt nicht zu Ende. Jährlich, bis zur achten Klasse, erhalten sie einen Fragebogen. Voraussetzung: Sie besuchen die Hauptschule oder das Gymnasium. Dann wird sich herausstellen, was Stefanie Linnemann vermutet: „Viertklässler sind meist hoch motiviert und wollen mitarbeiten. In der sechsten Klasse ist das nicht mehr so ausgeprägt.“

VON MICHAEL BAAR

 

 

Datum: 19.05.2008

URL:http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_steinfurt/lengerich/259899_Kalt_Nass_Heiss.html


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Kleine Handwerker

 Lengerich. Hammer auf Metall. Das Geräusch ist unverwechselbar, auch wenn die Tür geschlossen ist. „Werkraum“ steht auf einem Schild. Ein Blick in den Raum zeigt, dass nicht nur gehämmert wird. Das leise Raspeln einer Laubsäge geht in den Schlägen unter. Ebenso das leise Streichen der Pinsel auf dem Holz. Martina Linnemann geht von Tisch zu Tisch, schaut sich an, wie die Kinder mit dem Werkzeug hantieren.Ein Puzzle entsteht unter den kleinen Händen der Zweitklässler. Heidi Höcker, Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Hohne, und Rektorin Magret Sudhoff gehen leise durch die Tischreihen. Was sie sehen, gefällt ihnen.„Das ist gut angelegtes Geld“, sagt Heidi Höcker später. Rund 400 Euro hat der Förderverein für das Werkzeug ausgegeben. Von der Bohrmaschine bis zur Schraubzwinge – dem Tätigkeitsdrang der kleinen Handwerker sind kaum Grenzen gesetzt. Die Mädchen und Jungen aus den zweiten Klassen gehören zur Werk-AG. Immer freitags in der fünften und sechsten Stunde gehen sie in den Keller, greifen zum Werkzeug.Martina Linnemann hat den Anstoß gegeben. Als Referendarin ist sie an der Grundschule gewesen. Ihre Examensarbeit befasst sich mit dem Thema „Werkraum in Grundschulen“. Jetzt ist sie als Vertretungskraft am Schrägweg.„Sie hat den Anstoß für den Werkraum gegeben“, erklärt Magret Sudhoff. „Früher haben die Kinder Zuhause vom Opa gelernt, wie man mit einer Laubsäge umgeht“, ergänzt Heidi Höcker. Heute sei so etwas die große Ausnahme. Es fehle an Zeit, stellt sie fest. Hinzu komme das Risiko, dass auch mal etwas schief gehen könnte. Nicht das sich jemand verletzt, aber es könnten Flecken, Dreck bleiben.„Kinder wollen forschen, etwas entdecken“, beobachtet die Rektorin immer wieder. Der Werkraum sei da ein gutes Feld, etwas auszuprobieren. Natürlich nur unter Aufsicht und nach klaren Regeln für den Umgang mit dem Werkzeug und untereinander.Entstanden ist der Werkraum in Zusammenarbeit mit der Werkstatt Didaktik des Sachunterrichts der Uni Münster. „Das ganze Kollegium ist einen Nachmittag dort gewesen“, schmunzelt Magret Sudhoff. Dann zeigt sie einen schmucken Holz-Lastwagen. So einen hat jede Lehrerin an dem Nachmittag in der Uni-Werkstatt gebastelt. Mit der Hochschule arbeitet die Grundschule schon seit drei Jahren zusammen. Angelika Steinborn, Lehrerin in Hohne, sei bei dieser Kooperation die treibende Kraft, erläutert die Rektorin.

 

 

Montag, 14. April 2008  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich)

 


 

 

Gesund und Lecker

Lengerich. Kai schnieft. Die Tränen kann er nicht unterdrücken. Kein Wunder, er schält Zwiebeln. Eine Viertelstunde später lacht der Zweitklässler wieder. Jetzt steht er am Herd, brät Frikadellen. In denen sind die kleinen Zwiebelstückchen gelandet, die er geschnitten hat. In der Küche der Grundschule Hohne duftet es verführerisch. Kartoffeln sind geschält worden, werden gekocht. An einem anderen Herd stehen zwei Mädchen, rühren in zwei großen Töpfchen kleine grüne Klümpchen. Spinat mit Kartoffeln und Frikadellen soll es geben. Pardon: „Fußballsaison“ heißt die von den Kindern zubereitete Mahlzeit.„Eigesicht“, „Fischtasche mit Nudelsalat“, „Ein Wesen vom anderen Stern“ und „Frau Fladenbrot“ sind schon zubereitet und verzehrt worden. Kochen und essen in der Schule – das beschreibt nur unzureichend die Vorgänge, die sich gestern Morgen am Schrägweg zugetragen haben.Christin Lemkau, Wencke Bretthauer und Veronika Preut haben die Kinder im Auge, zeigen ihnen im Zweifelsfall, wie man unfallfrei mit einem Schälmesser umgeht. Die Mädchen und Jungen sind begeistert bei der Sache. Schließlich ist alles geschnitten, geschält, geknetet und geformt, gekocht und gebraten.Zwei Ernährungsdetektive haben schon ihr ok gegeben für die Mahlzeit. Die beiden Mädchen haben recherchiert, wie sich eine gesunde Mahlzeit zusammensetzen sollte: Ein Viertel Fett und Eiweiß, drei Viertel Kohlehydrate. Die „Fußballsaison“ erfüllt die Kriterien mühelos. Auf dem grünen Rasen (Spinat) sind die Spielfeldmarkierungen (Kartoffelpüree), darauf die Bälle (Frikadellen).Die fünf Klassen der Jahrgangsstufe 2 und 3 sind gestern Morgen nicht nur satt geworden. Die Kinder haben eine Menge über gesundes Essen gelernt und nehmen die Rezepte (kinderleicht zuzubereiten) mit nach Hause.Christin Lemkau zieht Bilanz: Es ist die 30. derartige Veranstaltung in einer Schule in Deutschland. Auslöser ist die Aktion „Jetzt kocht die Schule“ der Firma iglo gewesen. Über 300 Bewerbungen haben vorgelegen, in Hohne schließt sich gestern der Kreis. Mit einer Premiere: Die Ernährungsdetektive. „Die Idee ist uns erst jetzt gekommen“, wundert sie sich etwas. Egal.Wie man sich gesund ernährt, ist an der Grundschule Hohne ein alter Hut. Schon im vergangenen Schuljahr hat ein Gesundheitsprojekt stattgefunden, berichtet Magret Sudhoff. „Das ist heute für die zweiten und dritten Klassen eine Art Auffrischung des Wissens“, sagt die Rektorin. Die Kinder lassen es sich schmecken. In der Küche scheuert Veronika Preut die leeren Pfannen und Töpfe.

Samstag, 02. Februar 2008  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich)

 


 

Lesen ist sehr wichtig

Lengerich. Die Leseförderung schreibt die Grundschule Hohne ganz groß. Es wird durch verschiedene Aktionen die Begeisterung bei den Schülerinnen und Schülern für neuen Lesestoff geweckt. Dazu gehört unter anderem auch eine Lesewoche, die alljährlich im Januar abgehalten wird. In diesem Rahmen wurde gestern eine Autorenlesung angeboten, an der alle Klassen teilnahmen.Zu Gast in der Grundschule Hohne war die Kinder- und Jugendbuchschreiberin Nortrud Boge-Erli aus Mettmann. Die in Ungarn geborene Autorin arbeitete nach ihrem Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Pädagogik als Grundschulpädagogin. Aus diesem Erfahrungsbereich bezog sie die Inspiration für ihre Kinderbücher und ist seit 1980 freie Schriftstellerin.Gestern hatte sie verschiedene Werke mit nach Lengerich gebracht, aus denen sie vortrug. Und vorspielte. Denn sie beließ es nicht allein beim Lesen. „Das ist langweilig“, gestand sie den Mädchen und Jungen. Und so wirkten plötzlich Schülerinnen und Schüler als Geister, Monster und Werwölfe mit. Es wurde so richtig schön spannend und gruselig. Unterstützt wurde die Autorin von ihrem Sohn Chris Boge, der selbst ebenfalls Bücher schreibt und die Vorlesung musikalisch mit Gitarre begleitete.Gefördert wird die Lesewoche durch die Landesregierung und beraten durch die Boedecker-Stiftung, in der die Grundschule Mitglied ist. „Die Aktion kommt in der Schülerschaft sehr gut an. Wir stellen eine steigende Lesebereitschaft bei den Mädchen und Jungen fest“, erläutert Projekt-Lehrerin Gisela Marstatt-Stienecker.

Donnerstag, 17. Januar 2008  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich)

 


 

 

Trommelschläge im schnellen Takt

Lengerich. Draußen prasselt der Regen gegen die Fensterscheiben. „So Kinder, alle eben warm spielen“, sagt Christian Lennerz. Er hebt die Hände, lässt sie in rasantem Rhythmus auf die Trommel fallen. 16 Kinderhände tun es ihm nach. Das unwirtliche Wetter draußen ist nicht mehr zu hören. Im Klassenraum fährt der Musiker den Rhythmus langsam zurück. Schließlich patschen die Hände nur noch einzeln auf das Trommelfell. Innehalten.„Das hört sich unheimlich toll an. Schon von weitem auf dem Flur“, flüstert Magret Sudhoff. Die Leiterin der Grundschule Hohne freut sich über die Resonanz auf dieses Musik-Angebot. Die zwei Jungs und sechs Mädchen haben gerade die erste Gruppe abgelöst. Zwei Mädchen und vier Jungen. „Das war eine Arbeitsgruppe der Schule. Jetzt ist die offene Ganztagsschule dran“, erklärt die Rektorin.Die Sechs- bis Neunjährigen schauen gebannt auf Christian Lennerz. Er ist Lehrer an der Musikschule und freitags mittags in der Hohner Schule. „Zehn Mal“, sagt Magret Sudhoff. In ihrer Stimme schwingt Bedauern mit. Ein Mal noch wird der Percussionist kommen. Dann ist Pause.Neu sind die Schlagwerk-Töne in Hohne nicht. Vor zwei Jahren sind schon ein Mal Kurse in Zusammenarbeit mit der Musikschule angeboten worden. Die Resonanz war gut. Doch dann benötigte die Musikschule die Trommeln. Der Kursus musste mangels Instrumente eingestellt werden.„Rhythmus eins, Rhythmus zwei“ – die Kinder wissen, wie und wo sie auf die Trommel zu schlagen haben. Fast alle. Immer mal wieder geht ein suchender Blick zu Christian Lennerz. Wie schlägt er? Wohin genau auf der Conga? Mal sind die Töne hell, mal dumpf. Mal schnell verklingend, mal nachhallend. Wer glaubt, dass eine Trommel ein sehr einseitig nutzbares Instrument ist, wird eines Besseren belehrt. Sie gibt nicht nur den Rhythmus vor, sie variiert die Höhe und Intensität der Töne.Schlagzeug – ein typisches Instrument für Jungs? Christian Lennerz schüttelt den Kopf. Mädchen haben ein genau so gutes oder schlechtes Rhythmusgefühl. In der ersten Gruppe sind die beiden Mädchen mit Feuereifer bei der Sache. Selbst synchron hören sich ihre Schläge gut an. Die Jungs müssen noch etwas üben. Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Montag, 10. Dezember 2007  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich)

 


 

 

Leuchtende Farben laden zum Spielen

Lengerich. Trockenes Wetter und strahlender Sonnenschein trafen am Samstag genauso pünktlich und zuverlässig ein, wie die helfenden Eltern und Lehrerinnen, um mit alter Kleidung, Lappen und Pinseln auf den Knien den Schulhof der Grundschule Hohne zu verschönern. Schon im Frühjahr plante eine Fachgruppe des Lehrerkollegiums mit Karin Schade, Mechthild Fellhölter, Mechthilde Gurzki und Marion Alich, wie die Asphaltflächen vielfältiger genutzt und farblich anregender gestaltet werden könnten.Jetzt kann mit menschlichen Spielfiguren Mühle gespielt und das Fahrradfahren auf Straßen auch auf dem sicheren Schulhof geübt werden. Ebenso sollen große rote Marienkäfer den Erstklässlern beim Erlernen der Buchstaben helfen, Zahlenstrahl und Hunderterkästchen den Mathematikunterricht unterstützen, aufgemalte Hüpfspiele die Pausen verschönern und bunte Linien in der Pause auch die weniger bewegungsfreudigen Kinder motivieren, über den Schulhof zu flitzen.Früh morgens um acht Uhr starteten die ersten Eltern der Klasse 2b mit Kompressor und Gebläse, um zusammen mit dem Hausmeister Ralf Aufderhaar den Schulhof für die Aktion „staubfrei“ zu machen. Schon kurz darauf zeichneten die Lehrkräfte die geplanten Linien an, die dann mit Unterstützung engagierter Eltern verschiedener Klassen mit intensivem Rot, Gelb, Blau, Grün und Weiß zum Leuchten gebracht wurden.Gesunde Rücken und Knie waren hierfür genauso notwendig, wie das große Engagement, sich für diese „Knochenarbeit“ freiwillig gemeldet zu haben. Nur durch eine kurze Pause unterbrochen, pinselten die Aktiven bis in die Mittagsstunden. Zufrieden mit der farbenfroh gelungenen Gestaltung konnte der Schulhof verlassen werden, um der scheinenden Sonne ihren Teil an der Arbeit, dem Trocknen der Farbenpracht, zu „überlassen“.Wie gelungen die Anstrengungen der Aktion waren, zeigte sich schon am Montagmorgen, als die Schüler und Schülerinnen der Grundschule Hohne ihren Schulhof mit vielen staunenden „Aaah`s“ und „Oooh`s“ hüpfend und laufend einweihten.

Donnerstag, 30. August 2007  |  Quelle: Westfälische Nachrichten (Lengerich)

 

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